(56 Seiten, stabile Ringbindung)


  • Es spielen: Kasper, Gretel, Krokodil, Polizist

  • Hintergrund:
    - im Dorf (Häuser und Läden, in der Mitte ein Brunnen)
    - im Wald (Bäume, Sträucher, Vögel, Pilze)
    - am Fluss (in der Mitte des Bildes überquert eine Brücke den Fluss)
  • Requisiten: Puppenkorb oder kleine Flasche / Kaspers Klatsche

Im Dorf
(Kasper erscheint)

 

Kasper: Tri-tra-trullala, tri-tra-trullala... (zu den Zuschauern gewandt) Oh, hallo Kinder! Seid Ihr alle da? (Begrüßung durch die Kinder) Das ist ja toll, dass Ihr da seid! Ihr könnt mir bestimmt helfen, nicht wahr? Ich bin hier nämlich mit der Gretel verabredet, wir wollen zusammen spielen. Aber, ui, ui, ui, ich habe mich verspätet. Hoffentlich ist sie nicht schon weggegangen. Habt Ihr die Gretel gesehen? (Antwort von den Kindern)

Ihr habt die Gretel nicht gesehen? Dann warte ich noch ein bisschen. (Nach wenigen Sekunden erscheint Gretel, mit Flasche oder Korb in den Händen)

Da bist Du ja, Gretel.

Gretel: Grüß Dich, Kasper. Hoffentlich hast Du nicht zu lange gewartet. Ich konnte nicht früher kommen, die Großmutter ist krank und ich musste Medizin einkaufen. Ich hatte ganz schön Glück. Das war die letzte Flasche Medizin, die zu bekommen war.

Kasper: Ist die Großmutter sehr krank?

Gretel: Sie hustet und hat Fieber. Aber der Doktor hat gesagt, mit der Medizin geht es ihr bald besser. Sei mir nicht böse, lieber Kasper, wenn ich heute nicht mit dir spielen kann. Ich muss durch den Wald zu Großmutters Haus und ihr die Medizin bringen. (Aus der Ecke schaut das Krokodil kurz hervor, von Kasper und Gretel nicht bemerkt)

Kasper: Ich kann doch mitkommen zu Großmutter. Dann musst Du nicht allein durch den dunklen Wald gehen.

Gretel: Oh ja, das ist eine gute Idee. (Gretel und Kasper verlassen die Bühne)

 

Im Wald
(Gretel und Kasper gehen pfeifend durch den Wald. Kasper bleibt vor einem Pilz stehen.)

 

Kasper:  Oh, sieh mal Gretel! Da steht aber ein schöner Pilz!

(Gretel stellt die Medizin ab und schaut sich mit Kasper den Pilz an. Das Krokodil erscheint, nimmt sich die Medizin und verschwindet.)

Gretel: Ja Kasper, ein wirklich schöner Pilz, aber leider kann man den nicht essen. Der ist giftig, das weiß ich von der Großmutter. Lass uns bitte weiter. (dreht sich um und erschrickt, schaut sich dann suchend um)

Gretel: Kasper, wo hast Du die Flasche gelassen?

Kasper:  Die hattest Du doch die ganze Zeit.

Gretel: Mach keinen Quatsch mit mir, Kasper. Ich habe die Medizin da drüben hingestellt und jetzt ist sie weg. Und außer Dir ist niemand da.

Kasper:  (zu den Kindern gewandt) Aber ich habe die Medizin bestimmt nicht. Kinder, wißt Ihr wo die Flasche geblieben ist? (Kinder informieren Kasper und Gretel über den Diebstahl durch das Krokodil)

Kasper:  Na warte, du böses Krokodil. Ich hole meine Klatsche und dann wirst du die Medizin schon wieder rausrücken!

(Kasper und Gretel gehen ab)

 

Am Fluss
(Kasper erscheint mit der Klatsche. An der Brücke sitzt das Krokodil)

 

Kasper:  Habe ich mir doch gedacht, dass ich dich hier finde, du diebisches Krokodil! Rück sofort Großmutters Medizin wieder raus, sonst gibt’s was mit der Klatsche!

Krokodil: (mit unschuldiger Stimme) Was für eine Medizin? Ich habe nichts geklaut. Immer wenn jemand etwas verloren hat, werde ich sofort beschuldigt. Das ist furchtbar ungerecht!

Kasper:  Ich weiß aber genau, dass Du die Flasche mit der Medizin im Wald geklaut hast, los her damit!

Krokodil: Ich sage doch, dass ich deine komische Flasche Zemidin nicht habe.

(Kasper haut das Krokodil mit der Klatsche. Krokodil läuft weg, Kasper hinterher. Beide verlassen die Bühne)

 

Im Dorf
(Polizist kommt zuerst, Kasper erscheint erschöpft)

 

Polizist: Hallo Kasper, Gretel hat mir schon erzählt, dass Du dem Krokodil die gestohlene Medizin wieder abluchsen wolltest. Hast du es geschafft?

Kasper:  (resigniert) Nein, ich hab das Krokodil bis zum Wald verfolgt, aber es hat die Medizin nicht rausgerückt.

Polizist: Dann müssen wir es eben anders versuchen, ich habe da eine Idee, hört mal her.

(Beide stecken die Köpfe zusammen, der Polizist tuschelt Kasper etwas zu)

 

Am Fluss
(Das Krokodil sitzt wieder an der Brücke und jammert. Gretel erscheint)

 

Gretel: (betont unschuldig) Oh hallo Krokodil, was ist denn mit dir passiert?

Krokodil: Der Kasper hat mich gehauen!

Gretel: (mit gespielt empörter Stimme) Der hat ja wohl nichts besseres zu tun. Statt im Wald nach der Medizin zu suchen, die er verloren hat. So ein Lump!

Krokodil: (hält verwundert den Kopf schief) Ach, er hat die Medizin verloren? Und ich bekomme dafür Haue?

Gretel: Ja, manchmal ist der Kasper ganz schön doof! Aber du siehst wirklich sehr mitgenommen aus. Das tut bestimmt ganz schön weh. Wenn Kasper jetzt Großmutters Medizin gefunden hätte, könntest Du davon einen kleinen Schluck trinken und schon würde dir nichts mehr weh tun.

Krokodil: Ach, wirklich?

Gretel: Ja, bestimmt. Ich gehe jetzt zum Kasper und helfe ihm suchen. Bis bald, liebes Krokodil! (geht ab)

Krokodil: (zu den Kindern) Na, die können lange suchen. Ich trinke jetzt die Medizin, und dann geht es mir wieder richtig gut (holt vom Bühnenboden die Medizin, von der Seite lugt der Polizist hervor)

Polizist: Halt, keine Bewegung, diebisches Krokodil!

Krokodil: (erschrocken, mit der Medizin in Händen) Oh je, der Polizist!

Polizist: Da haben wir ja die gestohlene Medizin. Du kommst jetzt wegen
Diebstahls ins Gefängnis, Krokodil! (führt das Krokodil ab)

 

Im Dorf
(Gretel steht am Brunnen, der Polizist erscheint mit der Medizin)

 

Polizist: So, das hätten wir. Das Krokodil ist eingesperrt und hier hast Du die Medizin zurück. Und jetzt lauf zur Großmutter und wünscht ihr gute Besserung von mir!"

Gretel: (zum Polizisten) Danke, lieber Polizist.
(Polizist geht ab, Kasper erscheint)

Gretel: (zu Kasper) Und du kannst dir merken, dass eine List viel besser wirkt, als deine Klatsche!

(Beide gehen ab)

ENDE